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seine Urteilskraft darauf verwenden, zu entscheiden, ob er es
tut oder nicht.
Dorn sah Duun sehr lange an. Sein Inneres schmerzte. Ja,
sagte er.
Erinnere dich immer an diese Lektion! Tu, was ich dir ge-
sagt habe. Eines Tages wirst du klug genug sein, Probleme zu
lsen. Bis dahin fhrst du besser keine herbei, hrst du? Duun
streckte die Hand aus und packte Dorn fest an der Schulter.
Hrst du?
Ich habe verstanden.
Duun lie ihn wieder los.
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ACHTES KAPITEL
Es war sicher nicht hilfreich, meinte Ellud, whrend der
Bericht auf seinem Scho leuchtete. Er warf ihn zur Seite, und
das Optikblatt drapierte sich ber den Stapel richtiger Papiere
und leuchtete weiter mit seinen geisterhaften, belastenden
Buchstaben. Ich habe meinen Mitarbeiter gescholten. Ich wei
gar nicht, warum ich ihn ausgesucht habe. Aber verdammt,
Duun, du hast ihn angenommen!
Wegen seiner Fehler ebenso wie wegen seiner Vorzge,
sagte Duun. Ich habe nie Vollkommenheit erwartet. Ich wollte
sie auch gar nicht. Darum habe ich es bei deiner Auswahl be-
lassen.
Verdammte Hatani-Tricks, sagte Ellud nach einem Mo-
ment des Schweigens. Ich verstehe dein Vorgehen. Aber es
gefllt mir nicht bei meinen Mitarbeitern. Cloen htte gettet
werden knnen!
Ich habe nicht damit gerechnet. Und ich hatte recht damit.
Es steht im Bericht, was passiert ist. Der Vorfall ist zu gut
bezeugt. Ich kann ihn einfach nicht ungeschehen machen. Und
bei all der Herumschnffelei von seiten des Rats wnschte ich
bei den Gttern, da ich es knnte!
Was passiert ist, ist meine Schuld. Kraft ohne Disziplin. Ur-
sprnglich hatte ich auch mit zwei weiteren Jahren auf Sheon
gerechnet. Haras war diszipliniert. Ich werde dir etwas erzh-
len, was eigentlich offensichtlich sein sollte: Die Lsungen, die
Hatani fr Probleme finden, sind zu umfassend fr einen jun-
gen Verstand. Seine Moral reicht aus, um seine Kraft zurck-
zuhalten, aber nicht, um sie einzusetzen.
Ihn zu einem Hatani zu machen ... Duun, genau das ist es,
was dem Rat Angst macht ...
Ich wei.
Ich hielt es fr eine Redensart. Dachte, das wre einfach al-
les, was du ihm beibringen knntest. In dem Bereich kanntest
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du dich aus.
Jetzt komm aber!
Na ja, ich dachte, du wrdest es so halten, weil es dir so
leichter fllt. Aber du hast vor, es konsequent zu Ende zu fh-
ren. Wenn dem Rat entsprechende Gerchte zu Ohren kommen
...
Versuch, diskret zu sein.
Wenn sich die Gilde etwas ausdenken knnte -irgend etwas
Schlaues, einen Zwischenstatus fr ihn ...
Es gibt keinen Zwischenstatus. Soll ich ihm vielleicht geben,
was ich ihm nun einmal gegeben habe - mit nichts als Zurck-
haltung, um damit umzugehen? Nein!
Ellud streckte eine Hand aus und schaltete den Recorder ab.
Sein Gesicht zeigte Bestrzung und Angst. Um der Gtter
willen, Duun! Hast du den Verstand verloren? Worauf willst du
eigentlich hinaus? Worauf willst du hinaus, Duun?
Shbit wird meinen Brief inzwischen erhalten haben. In der
Ratsecke sollte es jetzt ruhiger werden.
Fr kurze Zeit war es still, aber nicht gemtlicher. Was hast
du ihm mitgeteilt?
Ich habe ihm meinen Gru entboten. Ich habe ihn zu seiner
Ratsberufung beglckwnscht. Ich habe ihm Gesundheit ge-
wnscht. Dann habe ich unterschrieben. Ein einfacher Brief.
Shbit hat nicht geantwortet. Ich rechne damit, da die Schwie-
rigkeiten, die du mit der Versorgung hast, sich klren - zwar
langsam, aber ich rechne wirklich damit, da sie sich klren.
Du bist nicht mehr der Mann, den ich kannte. Ellud fum-
melte am Saum seines Kilts herum. Ich wei nicht, wie ich
dich noch verstehen soll.
Alter Freund, du hattest ausreichend Mut, um so lange im
Amt zu bleiben. Ich vertraue darauf, da du es auch weiterhin
schaffst.
Das mu ich wohl. Ohne dieses Amt bin ich ein ungedecktes
Ziel. Sie wrden sich auf mich strzen, Shbit und seine Leute.
Verdammt, ich habe gar keine Wahl! Sie wrden mich bei le-
bendigem Leibe verschlingen!
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Ich bin ja da. Verla dich auf mich!
Ellud starrte ihn an.
Hat Cloen dich geschlagen? wollte Duun wissen, als Dorn
nach Hause kam. Duun lehnte locker unter der Tr zu seinem
Bro, die Ohren aufgerichtet.
Nein, sagte Dorn. In seiner Stimme klang keine Be-
friedigung mit. (Wieviel hast du unter Kontrolle, Duun? Kennst
du die Antwort bereits? Weit du immer schon alles?) Duun
gab ihm keinerlei Hinweis. >Cloen
>was ich getan habe, war verkehrt. Wenn du willst, darfst du
mich jetzt einmal schlagen.
zurckgelegt, und hob dann die Hand zu einem Nein. Und er
entfernte sich und ging an seine Arbeit.
Duun drehte sich um und ging in sein Bro zurck.
Duun? Dorn folgte ihm bis zur Tr. Duun setzte sich und
schaltete den Computer ein. Duun, habe ich getan, was du
wolltest?
Hast du es getan?
Dorn schwieg einen Moment lang. Ich habe es versucht,
Duun.
Hre ich vielleicht >ich kann nicht
Nein, Duun.
Die Gerusche wurden weniger schwierig.
Dorn arbeitete mit geschlossenen Augen, bewegte nur die
Lippen bei der Wiederholung dessen, was das Band sagte. Als
er es erneut abspielte, war es dasselbe.
Es hrt sich gleich an, meinte Cloen. Ich kann keinen
Unterschied feststellen.
Cloen war vorsichtig seit jenem Tag. Sein Gesicht verriet nie
mehr etwas anderes als Respekt. Und Furcht. Das auch.
Dann bin ich damit fertig.
Mit dem schon. Cloen leckte sich die Lippen und wirkte
zaghaft. Sie haben noch eines geschickt. Und er fgte schnell
hinzu: Aber das ist nicht meine Schuld!
Dorn konnte nicht anders, als ihm glauben. Cloen sah nicht
aus, als ob er lge. Cloen zog die Cassette aus seinem Beutel
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und reichte sie Dorn.
Chemie gefllt mir besser, brummte Dorn. Er kam besser
mit den anderen aus seit dem Tag, als Cloen darauf verzichtet
hatte, ihn zu schlagen. Er brachte es jetzt fertig, solche Dinge
zu sagen und alltgliche Bedrfnisse anzusprechen, wie sie es
auch taten. Er legte dieses Verhalten beim Eintreten an und
beim Hinausgehen wieder ab. Er hatte den Eindruck, da sie
sich auf diese Weise auch ihm gegenber lockerer fhlten.
Manchmal konnte er mit ihnen zusammen lachen, weil er sich
selbst davon berzeugt hatte, da er nicht Gegenstand dieses
Lachens war. Oder falls er es doch gewesen wre, htte es
kaum Folgen gehabt.
(Aber ich hasse diesen Laut-Unterricht! Ich hasse diesen Un-
fug! Ich glaube, da sie mir dieses Zeug gern aufbrden. So
knnen sie dem Hatani einen Streich spielen, jemandem, den
sie auf keine andere Weise schlagen knnen. Ich spiele auch
Streiche. Ich kann den Computer dazu bringen, da er Sphitti
etwas ausdruckt, mit dem Sphitti nie gerechnet hat. Er hlt es
fr witzig. Ich wnschte, ich knnte mich mehr mit Physik be-
schftigen und weniger mit dem Zeug hier!)
(Ich wnschte, Betan wre hier bei mir, anstatt Cloen.)
(Ich wage nicht daran zu denken. Duun wrde mir den Arm
brechen!)
Danke, sagte er trocken und schob die neue Cassette in das
Gert.
Cloen lie ihn allein. Sie entwickelten sich auch sonst ausein-
ander. Dorns Schultern wurden breiter. Dem armen Cloen blie-
ben seine Suglingsflecken erhalten.
Betan war fr eine Zeitlang nicht da. (Es ist Frhling, sagte
Elanhen, und Dorns Gesicht wurde hei. Sie hat ein hemmen-
des Mittel eingenommen, will jetzt aber doch Urlaub machen.
Danach kommt sie zurck.)
Es ist Frhling, sagte Duun an jenem Abend. Ich gehe da-
von aus, da Betan Urlaub genommen hat.
Ja, sagte Dorn. Er hielt die Ddkin auf den Knien und
stimmte sie. Ihm wurde innerlich ganz kalt, aus Grnden, die er
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nicht offen erklren konnte, abgesehen davon, da Betan ihm [ Pobierz całość w formacie PDF ]




 

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